Neuseeland setzt auf Erneuerbare Energien
Im Jahre 2007 deckten die Erneuerbaren Energien bereits rund 30% des neuseeländischen Primärenergiebedarfs. Neben der Landwirtschaft ist der Energiesektor jedoch nach wie vor Neuseeland’s zweitgrösster Emitter von Treibhausgasen.
Die Verpflichtung zur Treibhausgas- Reduzierung im Rahmen des Kyoto Protokolls einerseits, sowie die Notwendigkeit der Bereitstellung neuer Kapazitäten zur Sicherung des wachsenden Bedarfs andererseits, stellt den Energiesektor Neuseeland’s vor große Herausforderungen. Gemessen an der globalen Treibhausgas-Emission ist Neuseeland’s Anteil zwar nur 0.3 Prozent, gemessen an der Emission per capita liegt Neuseeland jedoch weltweit an zwölfter Stelle. Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien verkörpert daher eine der Massnahmen, dem steigenden Ausstoß an Treibhausgasen entgegen zu wirken.
Mit Neuseeland’s „Energy Strategy 2050“ und der neuen Fassung des Resource Management Gesetzes (RMA) wurden von der politischen Seite wichtige Weichen für die verstärkte Erschliessung der Renewables gestellt.
Ein wesentliches Ziel der „Energy Strategy 2050“ ist es, den Anteil der Renewables an der elektrischen Energieerzeugung bis 2025 von derzeit 70 auf 90 Prozent zu erhöhen.
Aufgrund der ertragsreichen erneuerbaren Energieresourcen wie Wind- und Wasserkraft, Geothermie, direkter Solareinstrahlung, Biomasse sowie verschiedene Formen der Meeresenergie verfügt Neuseeland über gute Voraussetzungen dieses Ziel zu ereichen. Dies auch unter den politischen Rahmenbedingungen, an eine kosteneffektive und sichere Energiebereitstellung ohne Subventionen.
Neuseelands Windressourcen besitzen gute Voraussetzungen für eine Windenergienutzung. Die Energieausbeute entspricht etwa dem Doppelten des Weltdurchschnitts. So sind Unternehmen wie Enercon und Siemens bereits in Neuseeland vertreten. Das Potential für Kleinanlagen ist bisher nicht erfasst und bietet deshalb gute Chancen für deutsche Investoren.
Etwa 9,2 Milionen Hektar Land mit geringer bis moderater Produktivität für die Lebensmittelerzeugung stehen in Neuseeland für die zweckgebundene Aufforstung zur Verfügung und bieten ein weitreichendes Potential an Biomasse und biologische Rest- und Abfallmasse, für die zukünftig verstärkte Nutzung der Bioenergie. Schätzungen zeigen, dass die Umwandlung der derzeitigen Biomasse nur einen relativ kleinen Energiebedarf abdeckt. Etwa 30 Prozent des Wärmemarktes kommt aus hochwertig elektrischen Energien und könnte auf Bioenergie aus Holzresten umgestellt werden. Der Transportbereich mit rund 44 Prozent Anteil am Gesamtenergiebedarf weist derzeit keine nennenswerten Alternativen aus erneuerbaren Ressourcen auf. Das bietet gute Voraussetzungen für das Vorantreiben von Bioenergie. Von der Wärmelieferung über die kombinierte Wärme- und Stromerzeugung bis zur Herstellung von Treibstoffen, umfasst Bioenergie eine Vielzahl von technologischen Anwendungen und bietet einen vielversprechenden Markt für deutsche Unternehmen.
Geothermie ist Neuseelands zweitgrößte erneuerbare Energiequelle. 129 Gebiete sind für die geothermische Nutzung erfaßt. 22 dieser Gebiete liegen im Temperaturbereich über 140°C. Gute Marktchancen bietet die Geothermie in der Anwendung von Kleinanlagen zur elektrischen Energieerzeugung bis 250 kW, in der Verbesserung der bestehenden Technologien auf der Generatorseite und auf der Wärmequellenseite, sowie in der Anwendung von Wärmepumpenanlagen zur Heizung und Warmwasseraufbereitung. Unternehmen wie Bosch und Vaillant investieren bereits in Neuseeland.
Der Schlüssel zur zukünftigen Erschliessung dieser erneuerbaren Energieresourcen liegt in der fortlaufenden Entwicklung der Technologie. Neuseeland selbst verfügt über nur wenige Hersteller im Bereich der erneuerbaren Energietechnologien. Deutsche Technologien, in diesem Bereich weltführend, werden in Neuseeland hinsichtlich ihrer Qualität als sehr gut bewertet.




