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Energieeffizienz - Nachhaltigkeit in allen Wirtschaftsbereichen

 

Die Verpflichtung zur Reduzierung der Treibhausgase einerseits, sowie der wachsende Energiebedarf und die damit verbundenen erhöhten Emisionen andererseits, stellt  Neuseeland vor große Herausforderungen hinsichtlich der Energieerzeugung und deren effizienter Verwendung. 

Im Oktober 2007 wurde die neuseeländische Energiestrategie „New Zealand Energy Strategy to 2050 – Powering Our Future“ zusammen mit dem Strategieplan „Energy Efficiency and Conservation Strategy“ verabschiedet. Neben der Energiebereitstellung sollte damit unter anderem die Energieeffizienz in allen Bereichen der Wirtschaft einschließlich dem Transport verbessert werden. Ziel der Strategie ist  es, durch die erhöhte Energieeffizienz bis zum Jahre 2025 eine Reduzierung des Energieverbrauchs um 30PJ, sowie eine jährliche Erhöhung der erneuerbaren Energienutzung um 9,5PJ zu erzielen. Im Transportsektor soll bis zum Jahr 2015 der Energieverbrauch durch die Nutzung effizienter Fahrzeuge um 20PJ gesenkt werden. Dem Entwurf der jetzigen Regierung zufolge wird diese Zielsetzung hinsichtlich der Energieeffizienz auf vergleichsweise 55PJ Einsparung bis zum Jahre 2015 erhöht.

Hinsichtlich des Energieverbrauchs umfasst der Gebäudesektor einen nicht unerheblichen Anteil von etwa 37% des jährlichen Gesamtverbrauchs. Davon entfallen etwa 12% auf die Wohngebäude und 25% auf die Nichtwohngebäude.

Für den Gebäudesektor sind daher bereits Maßnahmen und Programme mit unterschiedlichen Aspekten gestartet worden.  Hierzu zählen unter anderem die Änderung des aus dem Jahre 2004 stammenden Baustandards(building code) hinsichtlich der Energieeffizienz in Gebäuden, die Verbesserung der Wohnhausisolierung, die Installation effizienter Heizanlagen und ein Programm zur Sanierung von undichten Gebäuden, um nur einige zu nennen.

Schätzungen zufolge sind etwa zwei Drittel der neuseeländischen Wohngebäude undicht und unzureichend isoliert. Die winterlichen Innentemperaturen liegen unter den Empfehlungen der Welt Gesundheitsorganisation und führen zwangsläufig zu einer hohen Krankheitsrate, die dem Gesundheitswesen in Neuseeland eine hohe finanzielle Belastung aufbürdet.   Wohngebäude vor dem Jahre 1978 waren nicht verpflichtet zur Isolierung, weisen jedoch Isolierungen überwiegend im Dach- und zu geringerem Maße im Wandbereich auf. Wohngebäude, errichtet vor dem Jahre 1978, zeigen einen durchschnittlichen Wärmedurchgangswert über alle Klimazonen von 5,2 W/m2K, während die nach 1978 errichteten Wohngebäude bei 3,8W/m2K liegen. Die durchschnittlichen winterlichen Raumtemperaturen im Wohnbereich liegen bei den Wohngebäuden, die vor 1978 errichtet wurden,  bei 17,6 C und bei solchen, die nach 1978 errichtet wurden, bei 18,6C.

Bei den Wohngebäuden zeigen die verwendeten Technologien zur Raumheizung ein sehr komplexes Bild. Erhebungen z.B in der Stadt Wellington ergaben bei den Raumheizsystemen einen Sättigungsgrad von 280% was bedeutet, dass jeder durchschnittliche Haushalt 2,8 verschiedene Typen von Raumheizsystemen für unterschiedliche Brennstoffe besitzt.  Durch-schnittlich betreibt jeder Haushalt 3,8 Heizungsgeräte. Diese Ergebnisse in ihrer Komplexibilität auf das ganze Land zu übertragen. Dabei weisen dünn besiedelte Regionen einen höheren Anteil an der Nutzung fester Brennstoffen auf als Stadtregionen. Bei den elektrischen Heizsystemen, vor allem im Neubaubereich, dominieren Wärmepumpensyteme. Bei diesen Wärmepumpen handelt es sich vorwiegend um Luft - Luft Splitanlagen. Erdreichgekoppelte Sole-Wasser bzw. Direktverdampfungsanlagen finden nur bei Nichtwohngebäuden eine Anwendung.

Bei den Nichtwohngebäuden gibt es hinsichtlich der elektrischen Raumheizsysteme  keine dominante Technologie. Zentrale Luft-Luft Wärmepumpensysteme sowie elektrische Direktheizungen stellen etwa 20% der Anwendung dar. Wandhängende elektrische Raumheizkörper etwa 25%. Der Rest der verwendeten Heizgeräte ist eine Mischung aus transportablen Heizgeräten und Heizlüftern.

Hinsichtlich der Klimaanlagen zeigen die Erhebungen, dass deren Nutzung eher als gering einzustufen ist. Der vorwiegende Anteil der Klimanalgen sind in den Bürogebäuden und Hotels installiert. Der überwiegende Teil der Klimaanlagen ist als kompakte Einzelraumgeräte ausgeführt während zentrale Kaltwasseranlagen nur zu einem Anteil unter 20% vertreten sind.

Mehr als 86% der Beleuchtung ist bei den Wohngebäuden noch mit Glühlampen ausgeführt. Bei den Nichtwohngebäuden haben Glühlampen immer noch einen Anteil von etwa zu 20%. Kompakt Leuchtstofflampen (CFLs) haben einen Anteil von 5-6%. Dominierend bei den Fluorescent Leuchtstoffröhren sind noch die T8 (26 mm) Röhre gefolgt von einem immer noch hohen Anteil von T12 (36 mm) Röhren. T5 (16mm) Röhren hatten 2006 noch einen Anteil von etwa 5%.

Die elektrische Energieverwendung betreffend zeigen sich insgesamt die Schwerpunkte der Einsparpotentiale einer verstärkte Effizienz bei den Wohngebäuden im Bereich Heizung, Licht und Warmwasser. Bei den Nichtwohngebäuden im Bereich Licht, HVAC, Kälteanlagen, Bürogeräte und Warmwasser.

Neuseeland‘s Bausektor bietet  zudem ein gewaltiges Potential im Bereich der Gebäudesanierung , dessen Ausmaß derzeit noch nicht voll abzusehen ist. Die Sanierung der sogenannten „leaky homes“. Seit dem Jahre 1990 wurde eine große Anzahl von Wohn- und Nichtwohngebäuden mit Außenfassaden-Komponenten errichtet, die zu einer Durchfeuchtung und folglich zum Modern und Faulen der Außenwand-Konstruktionen führen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Konstruktion der Gebäude unter Verwendung von unbehandeltem Holz in Verbindung mit Außenputz-Systemen. In vielen, der so erstellten Konstruktionen, erfolgt jedoch bei Regen eine Durchfeuchtung und damit ein Faulen der Holzteile wodurch die statische Funktion der Gebäude beeinträchtigt wird.  Die Gebäude müssen saniert oder gar abgerissen werden. Die Gründe hierfür reichen von unsachgemäßer Ausführung, fehlendem Wissen bis hin zur Verwendung der Baustoffe außerhalb ihrer Spezifikationen.

 Im July 2009 wurde von dem Department of Building and Housing DBH eine Studie über die zu erwartenden Schäden veröffentlicht. Darin wird die Anzahl der beschädigten Wohngebäude zwischen 22.000 und 90.000 beziffert.  Die Studie geht von einer realistischen Größe von 42.000 Schäden aus, die nach dem obigen Gesetz in Betracht zu ziehen sind. Die Behebung dieser Schäden wird mit NZ$11.3 Mill[EL1]  beziffert.

 In einer im Mai 2010 veröffentlichten Erklärung erklärte sich die Regierung zu einer 25%igen Beteiligung an der Schadensbehebung bereit, wenn die gleiche Summe von den lokalen Körperschaften getragen werden. Die restlichen 50% verbleiben bei dem Eigentümer. Der Veröffentlichung vom 19. Juli zufolge sind etwa 23.500 Gebäude für diese Bezuschussung befähigt. Die Schadenssumme wird auf  insgesamt 6.3 Mio. NZ$ geschätzt.

Weiterführende Maßnahmen zur Energieeffizienz, die sowohl die bauliche Ausführung als auch den späteren Betrieb betreffen, werden von verschiedenen Verbänden gefördert. Vor allem für Nichtwohngebäude bieten Bewertungschemata wie das „Green Star Rating Schema“ die Möglichkeit einer umweltfreundlicher Kennzeichnung oder „Star Rating“ für die unterschiedlichen Projektstadien der Planung, dem Bau und dem Betrieb.  Das Green Star Rating Scheme wurde im Jahre 2006 erstmals für die Planung von Bürogebäuden eingeführt. Zwischenzeitlich gibt es Green Star Rating Schemata für Bürogebäude, Industriegebäude und Gebäude im Ausbildungsbereich. Das Green Star Rating System ist eine Umwelt-Bewertungsmethode für Nichtwohngebäude und beruht auf freiwilliger Basis.

Die Electricity Commission NZ startete  im April 2010 verschiedene Initiativen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Desweiteren gibt es Programme zur finanziellen Unterstützung energieeffizienter Beleuchtung in Nichtwohngebäuden sowie zur Minderung von Marktbarrieren gegen die Einführung einer verstärkten Energieeffizienz.

Neuseeländische Institutionen und Behörden räumen ein, dass in Sachen Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien viel Aufklärungsarbeit im Lande zu leisten ist. Einerseits wird es notwendig sein, innerhalb der Bevölkerung ein Umdenken in Richtung energieeffizienter Ressourcenverwendung zu bewirken, anderseits die Fachkräfte im Bausektor wie Architekten Ingenieuren und Energiemanager weiterzubilden.

Die New Zealand German Business Association (AHK Neuseeland) versucht auch in diesem immer wichtiger werdenden Bereich der Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien Ihrem Auftrag gerecht zu werden. Mit der Organisation mehrer Delegationsreisen zum Thema Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien wird deutschen Unternehmen einerseits die Moeglichkeit gegeben, den lokalen, weit entfernten Markt und die Potentiale vor Ort kennen zu lernen, zum anderen können die eigenen Produkte und Serviceleistungen im bilateralen Austausch einem lokalen Fachpublikum vorgestellt und erste Geschäaeftspartnerschaften etabliert werden.

Als Tenor vergangener Reisen ging hervor, dass in diesen Bereichen Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien ernorme Potentiale für deutsche Unternehmen bestehen.

Quelle: Zielgruppenanalyse AHK Geschäftsreiseprogramm Energieeffizienz in Gebäuden, Neuseeland 2010

 [EL1]Bitte abstimmen. Neue Scheibweise scheint jetzt Mrd anstatt Mill.

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